präsentiert:
ERNST TOCH
* 07.12.1887 † 01.10.1964
*Piano Works - Klavierwerke*
Christian Seibert
CD
Aufnahmequalität in DDD Recording: February/April 2003, WDR Funkhaus, Klaus-von-Bismarck-Saal
neu und originalverschweisst!
*** *** *** *** ***
Inhalt:
1. Capriccetti Op. 36 6,59
6. Kleinstadtbilder Op. 49 11,57
20. Sonata Op. 47 8,05
23. Burlesken Op. 31 8,54
26. Konzert-Etüden Op. 55 22,34
Total Time 59,16
*** *** *** *** ***
Pressestimmen:
Classicstoday. com:
"CPO's clear, warmly reverberant recording makes an ideal presentation of these fascinating works."
Fanfare 7 / 2003:
"Dem Christian Seibert war ich bislang nicht begegnet. Es ist kaum vorstellbar, eine beseeltere, schönere Aufnahem als diese zu erhalten. Wir leben in der Tat in einem Goldenen Zeitalter, wo wir fast jede Woche von Musikern oder Ensembles hören, die sich den Großen der Vergangenheit stellen. CPOs Klang ist ebenfalls ideal."
American Record Guide 4 / 2004:
"Faszinierende Seibert'sche Toch-Werke."
***

Die Biographie des Komponisten und Pianisten Ernst Toch (1887-1964) kann fast schon als musterhaft angesehen werden für den Fall des Musikers in Deutschland, der sich durch die Machtübernahme der Nationalsozialisten gezwungen sah, ins Exil zu gehen. Wie viele Kollegen auch landete er schließlich in den USA, wo er – den Anforderungen und Möglichkeiten des Landes gemäß – unter anderem als Filmmusikkomponist und Lehrer tätig war. Vor der Emigration hatte sich der in Wien geborene Sohn eines jüdischen Kaufmanns, aufbauend auf einer im wesentlichen autodidaktischen Schulung, in Frankfurt ein Klavierstudium abgeschlossen und darauf verschiedene Lehrtätigkeiten in deutschen Städten ausgeübt. Anders als manch anderer machte sich Toch die Staaten jedoch zur neuen Heimat; er wurde amerikanischer Staatsbürger und verzichtete auf den schwierigen Versuch, nach dem Krieg in der alten Heimat wieder Fuß zu fassen. Das Schattendasein, das seine Musik in Europa bis heute gefristet hat, scheint diese Entscheidung zu rechtfertigen.
Als Ergänzung: Klaviermusik
Das entdeckerfreudige Label cpo will diesem Missstand systematisch entgegengehen und wendet sich nach hochklassigen Einspielungen der Sinfonien und Streichquartette nun gewissermaßen Tochs hauseigenem Metier, der Klaviermusik, zu. In diesem Rahmen wurde jüngst eine Einspielung mit einer Auswahl von Klavierkompositionen Tochs mit dem Pianisten Christian Seibert vorgelegt. Die dort präsentierte Musik entstand in den Jahren 1923-1931, es handelt sich demnach ausnahmslos um Werke aus der Zeit vor der Emigration. In den Burlesken op. 31, die mit dem ‚Jongleur’ einen von Tochs Welterfolgen beinhalten, und den Capriccetti op. 36 erweist sich Toch als Meister des musikalischen Humors. Wohl ist es aber das gutmütige Augenzwinkern eines abgeklärten Meisters, nicht der beißend-ironische Spott, mit dem mancher Zeitgenosse aufwartete. Auch die ‚Kleinstadtbilder’ genannte Miniaturensammlung enthält einige musikalische Späße. Nicht nur bei einem besonders skurrilen Stück wie ‚Abzählen’ ließe sich dabei an Erik Satie denken, wenn auch Tochs Musik die unbeholfene Kantigkeit des Franzosen völlig fehlt. Mit der Sonate op. 47 hat Toch schließlich diese wichtige Gattung um ein äußerlich zwar relativ kurzes, innerlich aber höchst konzentriertes Werk bereichert. Die Konzert-Etüden op. 55 schließen das Programm ab und zeigen Toch nun noch – last but not least – von seiner pädagogischen Seite.
Überzeugende Interpretationen
Das delikate Spiel des Pianisten Christian Seibert ist dem feinsinnigen Humor dieser Klaviermusik voll und ganz angemessen. Große pathetische Gesten sind der Musik weitestgehend fremd, so wie auch Seibert sich durch ein eher ‚sachliches’ Spiel auszeichnet. Technisch gesehen beherrscht er die Werke blitzsauber und souverän, er setzt dabei aber besonders auf Klarheit und Durchsichtigkeit und hält sich selbst bescheiden im Hintergrund, was der Musik sehr entgegenkommt. Darüber hinaus ist Seibert so einfühlsam und in seinem Spiel flexibel genug, um die verschiedenen Charaktere und Stimmungen der Werke nicht nur zu erfassen, sondern auch deutlich herauszuarbeiten, ohne dabei aber zu überzeichnen. Die Tempi sind straff, ohne zu hetzen. So wie die Interpretationen der zumeist recht kleinen Einzelsätze in sich geschlossen ist, so ist auch das Gesamtbild wie aus einem Guss.
Hervorragende Tonqualität, tolles Booklet
Die einwandfreie Klangqualität dieser 2003 entstandenen Aufnahmen lässt die Musik in bestem Licht erscheinen. Der Ton ist klar und rein, es liegen keinerlei Störungen vor, und die dynamische Balance ist sehr gelungen. Das Textheft, das mit einer äußerst detaillierten und fundierten Einführung in diese bedauerlicherweise noch immer recht unbekannte Musik einführt, verdient es, lobend hervorgehoben zu werden. Wer gern Klaviermusik hört, großes Pathos eher peinlich findet und seinen Entdeckertrieb noch nicht verloren hat, der dürfte an dieser Produktion seine Freude haben. Toch-Freunde werden zwar ohnehin zugreifen – gelungener aber kann man diese Klaviermusik wohl darüber hinaus auch kaum spielen und präsentieren.
Diese CD ist neu und originalverschweisst!!!
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